Intraday Handel an der Strombörse: Wie flexibel ist der Energiemarkt?

By 23. November 2018 Allgemein

In jüngster Zeit hat der Intraday im deutschen immer stärker an Relevanz gewonnen – das belegt das stetig steigende Handelsvolumen. Die durchweg positiven Entwicklungen lassen sich ebenfalls auf gesamteuropäischer Ebene beobachten. Laut Experten ist die stetige Optimierung automatisierter Handelsprozesse an der Strombörse in vollem Gange, sodass eine vollautomatisierte Teilnahme für Energieunternehmen zunehmend interessanter wird. Kurzfristige Transaktionen versprechen dabei ein Höchstmaß an Flexibilität und auch die Reaktionszeiten lassen sich dadurch auf ein vielversprechendes Minimum senken. Vor dem Einstieg in die hochkomplexen Prozesse des Intraday Handels gilt es jedoch zunächst Aufklärung über den gewinnbringenden Einsatz des automatisierten Handelns zu schaffen.

Das Funktionsprinzip des Intraday Handels

Allgemein betrachtet beschreibt der den kurzfristigen An-und Verkauf von Wertpapieren. Das Ziel ist, innerhalb kürzester Zeit auf Kursveränderungen reagieren zu können und daraus Kapital zu schlagen. In der Finanzbranche gehört der Einsatz von Handelsalgorithmen und Chartanalysen längst zum Alltag des hochfrequentierten Handels. In der befinden sich solch technische Innovationen in einem richtungsweisenden Umbruch. Übertragen auf den Energiemarkt, verspricht die Integration von künstlicher Intelligenz in automatisierte Handelssysteme ein riesiges Potenzial. Allerdings besteht im Vergleich zum Finanzsektor ein entscheidender Komplexitätsunterschied. Denn die physischen Lieferkonzepte für Strom und Gas erfordern ein komplexes Übertragungsnetz, das grenzüberschreitende Stromübertragungen ermöglicht.

Seit dem Vormarsch erneuerbarer Energien sehen sich Energieunternehmen einer steigenden Marktvolatilität konfrontiert. Der Grund dafür ist die komplexe Prognostizierbarkeit der tatsächlichen Energiemenge, da die Stromerzeugungsmenge der Solar-und Windstromanlagen erheblichen wetterbedingten Schwankungen unterliegen. Dementsprechend dynamischer ist die Bedürfnisstruktur auf Seiten der Energieunternehmen geworden. Stromhändler sind also auf kurzfristigen Handel angewiesen. Genau hier setzt der Intraday Handel an. Denn dieser ermöglicht im Gegensatz zum Day Ahead Handel eine minimale Vorlaufzeit für Stromauslieferungen, die aktuell lediglich fünf Minuten beträgt. Der sogenannte der Pariser EPEX (European-Power-Exchange) findet der europäische Intraday Handel vorwiegend statt.

Vorteile durch erfolgreiche Teilnahme am Intraday Handel  

Intelligente IT-Lösungen sind der Schlüssel zum automatisierten Energiehandel auf dem Intraday Markt der Strombörse. Die Vorteile solch ausgeklügelter Handelssysteme sind vielversprechend und ermöglichen beschleunigte Reaktionszeiten in einer gänzlich neuen Dimension. Ein essentieller Aspekt ist dabei die Minimierung von Fehlern, die in der Vergangenheit durch manuelle Ausführung verursacht wurden. Hinzu kommt eine deutliche Senkung der Transaktionskosten und ein Gewinn an zeitlichem Handlungsspielraum. Besonders im Problembereich der stark schwankenden Erzeugungsmenge in Verbindung mit Wind- und Solaranlagen, lassen sich auf diese Weise Ausgleichsenergiekosten sparen.  So ist es beispielsweise möglich, kurzfristige Überschüsse zu veräußern sowie spontan aufkommende Engpässe aufzufangen. Im Umkehrschluss lässt sich durch diesen bedarfsorientierten Prozess der Erwerb von Regelenergie deutlich senken.

Die politisch vorangetriebene Reduktion von CO2-Emissionen und der öffentlich viel diskutierte Atomausstieg sind dabei ausschlaggebend für die flächendeckende Verbreitung von erneuerbaren Energien. Experten prognostizieren im Zusammenhang mit der anvisierten , dass die die politische Schaffung von Investitionsreizen das Handelsvolumen weiter in die Höhe treiben wird.

Was gibt es beim Einführungsprozess eines Handelssystems zu beachten?

Kurzfristige Börsentransaktionen im Rahmen des Intraday Markts tragen in Zukunft zweifelsohne zur eines Energieunternehmens bei. Mittlerweile existieren zahlreiche Dienstleister wie Uniper Energy Sales, die ein umfangreiches Angebot an Day Ahead und Intraday Services anbieten. Dabei decken die verschiedenen Anbieter ein enorm breites Leistungsspektrum ab. Diese reichen von der Erhöhung der Bilanzkreistreue bis hin zur Reduktion von Kostenrisiken, die durch verursacht wird. Dank des Einsatzes von spezialisierten Schichtteams ist dabei ein 24-Stunden-Service gewährleistet. Darin ist professionelles Bilanzkreismanagement sowie eine flexible und hocheffiziente Energiebeschaffung rund um die Uhr gewährleistet.

Ein sorgfältiges Screening der unterschiedlichen Anbieter ist für eine bedarfsgerechte Auswahl eines verlässlichen Partners unerlässlich. Die ersten Schritte drehen sich dabei um die Identifikation von potenziell passenden Anbietern. Das jeweilige Leistungsangebot muss anschließend einer tiefgreifenden Evaluierung unterzogen werden, um die Übereinstimmung mit den eigenen System- und Dienstleistungsanforderungen im Detail zu prüfen. Für entsprechende Pitches empfiehlt sich ein Scoring-System mit klar definierten Leistungskriterien und Zielprioritäten. Somit wird ein fundierter Grundstein für anstehende Preisverhandlungen gelegt, optimal auf künftige Wettbewerbsbedingungen im Energiemarkt vorbereitet zu sein.

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  • […] Wenn es um Energie aus nachhaltigen Energiequellen geht, werfen Kritiker immer wieder das Argument der steigenden Unsicherheit und der größeren Schwankungen am Markt ins Feld. Berechtigterweise, denn nachhaltige Energiegewinnung ist überwiegend wetterabhängig oder von sonstigen, meistens nicht beeinflussbaren, externen Faktoren determiniert. Der Klimawandel und der Rückgang der fossilen Energieträger, lassen allerdings nicht viel Spielraum. Mit anderen Worten, nachhaltige Energie ist die unausweichliche Zukunft der Energie- und Stromversorgung des Planeten. Trotzdem, oder gerade deswegen, müssen Lösungen gefunden werden, den zukünftigen Strommarkt flexibel und gleichzeitig stabil zu gestalten. Zwei Konzepte der Stromeinspeisung und für den Umgang mit Flexibilitäten finden dabei häufig Anwendung. Zum einen die Flexibilitätsvermarktung am Regelleistungsmarkt und zum anderen die kurzfristige Stromeinspeisung über den Intraday-Handel an der Strombörse. […]

  • […] Wenn es um Energie aus nachhaltigen Energiequellen geht, werfen Kritiker immer wieder das Argument der steigenden Unsicherheit und der größeren Schwankungen am Markt ins Feld. Berechtigterweise, denn nachhaltige Energiegewinnung ist überwiegend wetterabhängig oder von sonstigen, meistens nicht beeinflussbaren, externen Faktoren determiniert. Der Klimawandel und der Rückgang der fossilen Energieträger, lassen allerdings nicht viel Spielraum. Mit anderen Worten, nachhaltige Energie ist die unausweichliche Zukunft der Energie- und Stromversorgung des Planeten. Trotzdem, oder gerade deswegen, müssen Lösungen gefunden werden, den zukünftigen Strommarkt flexibel und gleichzeitig stabil zu gestalten. Überschüssiger Strom und der Umgang damit, sowie die Nutzung von Flexibilitäten, spielen dabei eine zentrale Rolle. Hierbei sind vorwiegend zwei Konzepte interessant. Zum einen die Flexibilitätsvermarktung am Regelleistungsmarkt und zum anderen den kurzfristigen Handel mit überschüssigem Strom über den Intraday-Handel an der Strombörse. […]